Umsatzsteuerjahreserklärung – Alles, was du wissen musst

Der Begriff „Umsatzsteuerjahreserklärung“ gleicht einem Zungenbrecher, ist aber nichts, wovor du dich fürchten musst. Das Wort ist zusammengesetzt aus „Umsatzsteuer“ und „Jahreserklärung“. Und genau das meint der Begriff auch: eine Steuererklärung der Umsatzsteuer (USt). Diese muss alle Einnahmen, Ausgaben und USt-Vorauszahlungen beinhalten.

 

Wer muss eine Umsatzsteuerjahreserklärung machen?

In der Umgangssprache versteht man unter der Steuererklärung normalerweise die Einkommensteuer-Erklärung einer Privatperson. Als Unternehmer gibt es hingegen noch weitere Steuern, die gezahlt werden müssen – wie beispielsweise die Gewerbesteuer. Im Falle der Unternehmensteuer nennt sich das Ganze dann eben „Umsatzsteuerjahreserklärung“.

 

Jeder Unternehmer, egal, ob Groß- oder Kleinunternehmer, ist zu der Erstellung einer Umsatzsteuerjahreserklärung für das Finanzamt verpflichtet.

 

Sogar Kleinunternehmer, die im Gegensatz zu größeren Unternehmen keine regelmäßigen Umsatzsteuer-Voranmeldungen durchführen müssen, sind dennoch dazu verpflichtet, eine solche Umsatzsteuerjahreserklärung abzugeben.

 

Was beinhaltet die Jahreserklärung?

Grundsätzlich besteht, was die Vorgehensweise betrifft, zwischen der USt-Voranmeldung und der Umsatzsteuerjahreserklärung kein Unterschied. Die einzige Abweichung ist, dass sich die Umsatzsteuerjahreserklärung, wie ihr Name sagt, auf ein ganzes Geschäfts- bzw. Kalenderjahr bezieht. Währenddessen muss die Voranmeldung, abhängig von der Steuerschuld des Vorjahres, jedes Quartal oder sogar jeden Monat durchgeführt werden.

 

Hinzu kommt bei der Umsatzsteuerjahreserklärung, dass auch Vorauszahlungen sowie Sondervorauszahlungen berücksichtigt werden müssen. Daraus ergeben sich die beiden folgenden Rechnungen:

 

 

Umsatzsteuer – Vorsteuer = Umsatzsteuerzahllast

 

und anschließend:

 

Umsatzsteuerzahllast – USt-Vorauszahlungen = USt-Abschlusszahlung

 

 

Umsatzsteuer-Voranmeldung und Voranmeldezeitraum

Voranmeldezeitraum? Was war das gleich noch? Der Voranmeldezeitraum ist ein Zeitabschnitt, für den du als Unternehmer deine regelmäßige Umsatzsteuer-Voranmeldung abgibst. Dieser​ Zeitabschnitt kann ein Quartal oder einen Monat betragen, in manchen Fällen ist auch ein Jahr möglich. In diesem Zeitraum musst du als Unternehmer dem Finanzamt eine Vorauszahlung zur USt tätigen.

 

In Zusammenhang mit der regelmäßig erfolgenden Umsatzsteuer-Voranmeldung leisten Unternehmen verpflichtend eine Vorauszahlung an das Finanzamt. Diese errechnet sich je Zeitabschnitt aus der eingenommenen USt und aus Umsätzen, die aus Einkäufen entstehen. Die hierfür gezahlte Vorsteuer wird abgezogen. Ob und in welchen Abständen diese Teilzahlungen erfolgen müssen, legt das Finanzamt anhand der Umsatzsteuerlast aus dem Vorjahr fest.

 

  • nicht fällig: für Kleinunternehmer, deren Jahresumsatz die 17.500 € nicht übersteigt.
  • ebenfalls nicht fällig: bei einer Vorjahreszahllast von 1.001 €
  • quartalsweise fällig: eine quartalsweise, sprich: vierteljährige Voranmeldung müssen Unternehmen einreichen, deren Umsatzsteuerzahllast im vorigen Jahr zwischen 1.001€ und 7.500€ betrug.
  • monatsweise fällig: bei Neugründungen von Unternehmen für die ersten 24 Monate. Ebenfalls ist eine monatliche Einreichung fällig, wenn die Umsatzsteuerzahllast eines Unternehmens mehr als 7.500 € betrug.

Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer

Die USt ist eine sogenannte Verkehrssteuer. In Deutschland fällt diese Steuer bis auf wenige Ausnahmen auf alle Konsumausgaben, also Produkte und Dienstleistungen, an. Mit einem Steueraufkommen von über 30 % ist die USt eine der wichtigsten Steuereinnahmequellen des deutschen Staates. Grundsätzlich ist jedes Unternehmen in Deutschland umsatzsteuerpflichtig. Eine Ausnahme besteht jedoch für Kleinunternehmen.

 

Während umsatzsteuerpflichtige Unternehmen die bei Verkäufen erhobene Steuer an das Finanzamt abführen, dürfen von der USt befreite Kleinunternehmen diese nicht auf ihren Rechnungen einfordern. Umsatzsteuerpflichtige Unternehmen erhalten dafür im Gegenzug die Steuer, die sie bei Einkäufen gezahlt haben – die sogenannte Vorsteuer – vom Finanzamt zurück. Für Kleinunternehmer ist dies nicht der Fall.

 

Umsatzsteuerzahllast und Umsatzsteuer-Voranmeldung

Als Vorsteuer wird also die Umsatzsteuer bezeichnet, die ein Unternehmen beim Einkauf von Waren oder Dienstleistungen entrichten muss und die es vom Finanzamt zurückerstattet bekommt. Im Normalfall entsteht folglich eine Umsatzsteuerzahllast, da ein Unternehmen in der Regel mehr Verkäufe als Einkäufe tätigt. Diese verteilt sich aufgrund der Vorauszahlungen auf das Geschäftsjahr und wird nicht auf einmal fällig, sondern kann in Teilzahlungen gezahlt werden.

 

Wenn du deine Umsatzsteuer-Voranmeldungen immer regelmäßig erledigt und sie im Nachhinein nicht nachgebessert hast, sind in der Regel keine Abschlusszahlungen fällig. Denn über die Vorauszahlung hast du dann bereits alle Zahlungen im Vorfeld geleistet.

 

Muss ich Fristen beachten?

Die Umsatzsteuerjahreserklärung musst du immer bis zum 31.05. des Folgejahrs beim Finanzamt abgeben. Zwar gibt es in manchen Fällen eine Dauerfristverlängerung, für die Umsatzsteuerjahreserklärung gilt diese allerdings nicht. Stattdessen kannst du eine normale Fristverlängerung beantragen, die in der Regel gewährt wird. Diesen Antrag solltest du allerdings bereits vor Fristende stellen.

 

Eine weitere Möglichkeit, eine Art von verlängerter Frist zu erhalten, bietet sich, wenn du einen Steuerberater hast. Der muss die Umsatzsteuerjahreserklärung nämlich erst bis zum Ende des Folgejahrs, dem 31.12., einreichen.

 

Wie mache ich diese Jahreserklärung?

Die Umsatzsteuerjahreserklärung kann ganz einfach und bequem elektronisch abgegeben werden. Auf diese Weise sparst du dir Papier, Tinte und den Weg zur Post. Ein Finanzmanagement-Tool wie FastBill hilft dir, stets den Überblick über alle Posten zu behalten. So geht die Umsatzsteuerjahreserklärung im Handumdrehen.

 

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Hendrik Kehres

Hendrik ist ein wahrer Experte im Bereich Online Marketing & SEO. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige und all die, die noch in der Planungsphase stecken.

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