Was versteht man unter dem Jahresfehlbetrag?

Ob dein Unternehmen erfolgreich ist, hängt größtenteils davon ab, ob du ausreichend Gewinne erwirtschaftet hast. In der Buchführung musst du deshalb alle Einnahmen und Ausgaben, die du für deine Unternehmung getätigt hast, genauestens festhalten. Hierzu wird verlangt, dass du für jedes Geschäftsjahr eine Bilanz bzw. eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erstellst, die auch Einnahmen-Überschussrechnung genannt wird. In der Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben bleibt dann am Ende auf dem Papier entweder ein Jahresüberschuss oder ein Jahresfehlbetrag stehen. Das Finanzamt bewertet den Jahresfehlbetrag bei der Steuer als Verlust.

 

Wichtige Tipps für Unternehmer

Als erfolgreicher Unternehmer sollte es zum Stichtag bei deiner Bilanz also möglichst selten zu Jahresfehlbeträgen kommen. Denn hast du stets rote Zahlen erwirtschaftet, dürfte dein Unternehmen schneller, als es dir lieb ist, von der Insolvenz bedroht sein. Aber auch hierfür gibt es bei FastBill einige Tipps, damit dieses Horrorszenario möglichst nicht eintritt.

 

Wie ermittelst du den Jahresfehlbetrag?

Der Jahresfehlbetrag wird nicht eigenständig ermittelt. Er ist ein Resultat aus der Gewinn- und Verlustrechnung einer Geschäftsperiode. Das Ergebnis des Betriebs deines Unternehmens rechnest du immer für ein Geschäftsjahr aus, in dem du alle Erträge und Aufwendungen, die du in diesem Jahr aufgewendet hast, auflistest. Im Gegensatz zur Gewinn- und Verlustrechnung erstellst du deine Bilanz zum festgelegten Stichtag und nicht für einen bestimmten Zeitraum.

 

Jahresüberschuss und Jahresfehlbetrag

Jahresfehlbeträge entstehen durch Überschüsse von Aufwendungen im Vergleich zu den Erträgen innerhalb eines Geschäftsjahres. Er stellt das Gegenteil eines Jahresüberschusses dar. Beide Punkte werden auch unter dem Begriff Jahresergebnis zusammengefasst. Dabei finden Gewinn und Verlustvorträge des Vorjahres keine Beachtung. Als Jahresüberschuss bezeichnet man den Saldo zwischen Aufwand und Ertrag. So berechnest du den Stand der Dinge:

 

  • Erträge und Aufwendungen addieren
  • Aufwendungen von Erträgen subtrahieren
  • Bestandteil der Gewinn- und Verlustrechnung

Das negative Ergebnis ist dann der Jahresfehlbetrag. Würde ein positiver Wert herauskommen, ist es der Jahresüberschuss. Denke daran, dass du alle Erträge und Aufwendungen der laufenden Periode mit einbeziehst. Zum Beispiel: 100.000 € Erträge – 50.000 € Aufwendung = positiver Jahresüberschuss in Höhe von 50.000 €. Aber 50.000 € Erträge – 100.000 € Aufwendungen ergibt einen negativen Jahresüberschuss. Sind die Aufwendungen größer als die Erträge spricht, man also vom Jahresfehlbetrag, auch negativer Jahresüberschuss genannt.

 

Was bedeuten Jahresfehlbeträge für die Bilanz?

Die Bilanz stellt für dein Unternehmen einen Abschluss des Rechnungswesens dar, der eine definierte Zeitspanne beinhaltet und meist zum Geschäftsjahresende verfasst wird. Sie bedeutet die Gegenüberstellung deines Vermögen und deiner Schulden zu einem festgelegten Bilanzstichtag. Der Jahresfehlbetrag hingegen beziffert den von deiner Gesellschaft in einem Wirtschaftsjahr erlangten negativen Jahresüberschuss. Er unterscheidet sich von einem Bilanzgewinn oder Bilanzverlust in einer nach Gewinnverwendung verfassten Bilanz.

 

Tipp: Der Jahresfehlbetrag verschafft dir einen wertmäßigen Überblick zur Beurteilung deiner operativen Geschäfte. So kannst du belastbare strategische Entscheidungen treffen.

 

Steht der Jahresfehlbetrag fest, kannst du daraus deinen Bilanzverlust ausrechnen: Der Jahresverlust besteht aus der Differenz der Gewinnvorträge und der Verlustvorträge des vorangegangenen Jahres. Hinzu kommt die Differenz aus den Entnahmen der Kapitalrücklage (Teil vom Eigenkapital) und Einstellungen in die Gewinnrücklage. Der hieraus gewonnene Bilanzverlust steht somit in einem positiven oder negativen Verhältnis zum Bilanzgewinn. Dies ergibt den Jahresverlust.

 

Wofür sind Verlustvortrag und Gewinnvortrag wichtig?

Der Gewinnvortrag ist der Jahresüberschussvortrag. Hast du in einem Geschäftsjahr einen sehr hohen Jahresüberschuss, kannst du ihn auf die folgenden Jahre vortragen, um quasi den Gewinn zu glätten und eine bestimmte Kontinuität zu bewahren. Du beginnst das nächste Jahr dann mit einem positiven Posten. Den Jahresfehlbetrag kannst du also durch positive Beträge aus dem Vorjahr ausgleichen. Bei einem Verlustvortrag hast du jedoch einen Fehlbetrag und die Aufwendungen waren in deinem Geschäftsjahr größer als die Erträge. Du trägst den Verlust in das nächste Jahr vor.

 

Was bedeutet der Bilanzgewinn

Den Bilanzgewinn erhältst du, wenn du aus dem ermittelten Jahresüberschuss die Rücklagen abziehst. Den Jahresüberschuss bezeichnet man auch als den Saldo aus Ertrag minus Aufwand. Die Grundform lautet:

 

  • Bilanzgewinn = Jahresüberschuss minus Rücklagen
  • Jahresfehlbetrag = negativer Saldo aus Ertrag minus Aufwand

Bei einem negativen Saldo aus Ertrag und Aufwand, dem Jahresfehlbetrag, kann trotzdem dein Bilanzgewinn ausgeschüttet werden. Deine Bilanz kann unter dem Strich positive Zahlen aufweisen, obwohl du einen Jahresfehlbetrag erwirtschaftet hast. Ein positiver Wert entsteht, wenn du einem Jahresfehlbetrag im laufenden Jahr durch einen Gewinnvortrag aus dem Vorjahr gegenrechnest. Solltest du keinen Gewinn- oder Verlustvortrag haben, kannst du einen Fehlbetrag auch aus den Rücklagen (Eigenkapital) entnehmen, um wieder einen Bilanzgewinn zu verzeichnen. Mit FastBill hast du stets einen Überblick über deine Ein- sowie Ausgaben und kannst jederzeit entsprechend entscheiden, ob ein Gewinn- oder Verslustvortrag sinnvoll ist.

War dieser Artikel hilfreich für dich?

Hendrik Kehres

Hendrik ist ein erfahrener Experte im Bereich Online Marketing & SEO. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige und all die, die noch in der Planungsphase stecken.

Leave a Reply