Was ist eine Dauerfristverlängerung beim Finanzamt?

Die Dauerfristverlängerung gemäß UStG ist ein Begriff aus dem Bereich des Umsatzsteuerrechts. Als Unternehmer musst du entweder monatlich oder quartalsweise eine Umsatzsteuervoranmeldung bis zum 10. des Monats abgeben. Um mehr Zeit zu gewinnen, kannst du eine Dauerfristverlängerung beim jeweils zuständigen Finanzamt beantragen, um eine einmonatige Fristverlängerung für die Abgabe deiner Umsatzsteuervoranmeldung zu erhalten.

Wer muss eine Umsatzsteuervoranmeldung leisten?

Generell bist du als Unternehmer zur Einreichung einer Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet. Je nach Größe und Umsatz des Unternehmens splittet sich die Pflicht zur Abgabe der Umsatzsteuer in folgende Gruppen:

  • Kleinunternehmer (gegebenenfalls befreit von der Umsatzsteuer)
  • Unternehmer mit einem Umsatz von über 50.000 Euro im laufenden Kalenderjahr
  • Unternehmer mit einem Umsatz von über 17.500 Euro im Vorjahr 

Dein Unternehmen muss im Gründungsjahr eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung einreichen, bis die Umstellung auf den sogenannten „Quartalszahler“ erfolgt. Der betroffene Zeitraum der Umsatzsteuer liegt zwischen dem 10. des vergangenen Monats und dem 10. Tag des kommenden Monats. Bei einer Kleinunternehmerregelung – also der Befreiung von der Umsatzsteuer – hat ein Antrag auf Dauerfristverlängerung keine Wirkung.

Die Besonderheit der Sondervorauszahlung

Eine Dauerfristverlängerung bei Neugründung ist eine große Erleichterung im stressigen Berufsalltag. Das Finanzamt benötigt daher bestimmte Sicherheiten für diese Verlängerung, die in Form einer Vorsteuer eingebracht werden. Bei einer Verpflichtung zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen erhält dein Unternehmen nur im Fall einer Sondervorauszahlung eine Dauerfristverlängerung. Diese beträgt jährlich 1/11 der Summe der Vorauszahlungen aus dem Vorjahr. Wird die Steuervoranmeldung pro Quartal getätigt, ist keine Sondervorauszahlung nötig.

Wie funktioniert eine Dauerfristverlängerung?

Zunächst musst du die Zuständigkeit des jeweiligen Finanzamtes überprüfen. Befindet sich der Sitz oder die Geschäftsleitung des Unternehmens im Inland, ist der Antrag beim Finanzamt des jeweiligen Bezirks einzureichen.

Im Fall einer ausländischen Geschäftsleitung oder eines ausländischen Unternehmenssitzes ist das Finanzamt in Deutschland mit der Zuständigkeit betraut, das dem jeweiligen Ausland zugeteilt wurde.

Weiterhin ist in formeller Hinsicht eine grundsätzlich elektronische Abgabe erforderlich. In Einzelfällen können zur Vermeidung sogenannter unbilliger Härten, Anträge auf Papier zugelassen werden. Als Existenzgründer kannst du beispielsweise den Antrag zur Dauerfristverlängerung über den amtlichen Vordruck USt 1H einreichen. Der Begriff „unbillige Härte“ besagt hier, dass dir als Neuunternehmer aus wirtschaftlicher Hinsicht eine elektronische Übermittlung nicht zugemutet werden kann und die Behörde dem bisher vorgeschriebenen Antrag – solltest du so vorgehen wollen – zu entsprechen hat.

Beginn und Beendigung einer Dauerfristverlängerung

Sind alle formellen Voraussetzungen erfüllt und alle Fristen eingehalten worden, gilt die Dauerfristverlängerung als wirksam eingegangen. Sollte dein Antrag abgelehnt werden, erhältst du jedoch keine Rückmeldung in Form eines Bewilligungsbescheids.

Potenzielle Ablehnungsgründe sind:

  • Laufende Ermittlung der Steuerfahndung
  • Verurteilung in einem Steuerstrafverfahren
  • Laufende Steuerstrafverfahren
  • Anderweitige Einschränkungen der Vertrauenswürdigkeit des Unternehmers   

Die Behörde muss allerdings bei einer Ablehnung ihre Entscheidung schriftlich begründen. Eine bewilligte Dauerfristverlängerung kann sowohl vom Finanzamt als auch von deiner Seite beendet werden. Das kann die Verlängerung im Fall eines scheinbar gefährdeten Steueranspruchs widerrufen. Du als Unternehmer benötigst jedoch keine Begründung.

Warum ist für Unternehmensgründer eine Dauerfristverlängerung von Interesse?

Eine Unternehmensgründung setzt eine ausgiebige Beschäftigung mit dem Thema “”Steuern”” voraus. Eine spezifische Kenntnis in diesem Bereich ist unvermeidbar, um dein Unternehmen profitabel aufbauen und führen zu können. Gleich zu Beginn der Gründung ist es wichtig, die Abgabefrist der Steuererklärung zu beachten. Eine Dauerfristverlängerung verschafft dir an dieser Stelle mehr Zeit zur Erfassung deiner Umsätze und zum Ordnen deiner Belege.

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Hendrik Kehres

Hendrik ist ein Experte im Bereich Online Marketing & SEO. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige und all die, die noch in der Planungsphase stecken.