Jedes Jahr steht sie an und mehr als 40 Millionen Beschäftige müssen sie jährlich ausfüllen – die Einkommensteuererklärung. Bei der Einkommensteuer handelt es sich um eine direkte Steuer, die auf das Einkommen von natürlichen Personen erhoben wird. Doch wer zahlt sie, wann muss sie abgegeben werden und die wichtigste Frage: Wie hoch ist die Einkommenssteuer, die ich zahlen muss?

Einkommensteuer leicht erklärt

Ob Angestellter oder Selbstständiger: Einkommensteuer müssen sie alle zahlen. Dabei muss der Selbstständige das zu versteuernde Einkommen jährlich für die Steuererklärung offenlegen, während die Steuer beim Angestellten vom Lohn abgezogen wird – abhängig von seiner Steuerklasse, den Freibeträgen und weiteren Kennzahlen.

Somit ist eine Sache eindeutig: Diese Steuerregelung bezieht sich nur auf natürliche Personen, ist also als Parallele zur Körperschaftsteuer der Kapitalgesellschaften zu sehen.

Was genau wird versteuert?

Grundsätzlich werden alle Einnahmen versteuert, die weltweit eingenommen werden – solange Deutschland der Hauptwohnsitz ist. Dabei ist die Höhe der Einkommensteuer abhängig von der Leistungsfähigkeit: Du kannst also nur so weit steuerlich belastet werden, dass es dir wirtschaftlich nicht schadet. Damit wird der Pflichtabführung also gewissermaßen eine Grenze gesetzt.

Zu den versteuerbaren Einkunftsarten zählen dabei:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sonstige Einkünfte 

Es gelten jeweils unterschiedliche Freibeträge und Regelungen für die Einkommensteuer, die von der Art der Verdienste abhängen.

Muss ich immer alles versteuern?

Diese Frage lässt sich nur mit der Höhe der persönlichen Einnahmen beantworten. Dabei gibt es nämlich einen Freibetrag, bis zu dem keine Steuern gezahlt werden müssen – derzeit beträgt dieser knapp 8.800 Euro für Ledige. Bei Verheirateten beträgt die Grenze sogar etwas über 17.600 Euro im Jahr, bis zu der keine Einkommensteuer anfällt.

Sobald du diese Grenze jedoch überschreitest, gilt: Je mehr du verdienst, umso mehr Abgaben musst du leisten. Doch auch hier ist eine Deckelung gesetzt: Der sogenannte Spitzensteuersatz gibt eine prozentuale Grenze an, ab der die steuerlichen Abgaben nicht weiter steigen können. Damit du also nicht unermesslich hohe Einkommensteuer abführen musst, gilt ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von rund 53.600 Euro ein Spitzensteuersatz von 42 %. Für Ehepaare gilt entsprechend der doppelte Wert des Einkommens. Nochmal zur Übersicht:

  • bis 8.820 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Person: steuerfrei
  • ab 53.666 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Person: maximal 42 % 

In den seltensten Fällen greift auch die Reichensteuer: Übertrifft das zu versteuernde Einkommen jährlich 250.731 Euro, so kommt der eigentliche höchste Spitzensteuersatz von 45 % zur Anwendung.

Zu versteuerndes Einkommen

Wenn es um die Einkommensteuer geht, fällt der Begriff des zu versteuernden Einkommens häufig. Denn versteuert wird nicht direkt alles, was das Unternehmen einnimmt – einige Kennzahlen müssen zuerst abgezogen werden. Dabei handelt es sich um Betriebsausgaben, die den Gewinn mindern und mit denen das Unternehmen gewissermaßen Steuerabgaben spart:

  • Personalkosten (Gehalt, Lohn)
  • Abschreibungen
  • Fahrtkosten
  • Wareneinkauf
  • Abziehbare Vorsteuer
  • Abgeführte Umsatzsteuer

Allgemein handelt es sich also um Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst wurden. Da sich durch diese anfallenden Kosten der Gewinn reduziert, ist das vom Unternehmen erwirtschaftete Einkommen dementsprechend geringer, sodass auch weniger Steuer darauf anfällt.

Nicht abziehbar sind hingegen Kosten der privaten Lebensführung, wie etwa private Versicherungen. Aber auch Geldbußen oder Verwarngelder fallen nicht in den Bereich der Betriebsausgaben.

Einkommensteuer als Selbstständiger

Sobald du dein Gewerbe angemeldet hast, erhältst du umgehend ein Formular vom Finanzamt zur steuerlichen Erfassung. Dort musst du unter anderem angeben, mit welchen Einkünften du im Jahr rechnest. Dies ist natürlich besonders dann problematisch, wenn du dein Unternehmen gerade erst gegründet hast und noch keine richtige Einschätzung treffen kannst.

Hier stehst du vor zwei Möglichkeiten bei der Schätzung der Einkommensteuer:

  • Zu niedrige Schätzung: Den fälligen Restbetrag musst du am Jahresende nachzahlen
  • Zu hohe Schätzung: Du bekommst den Überschuss der Einkommensteuer zurückerstattet 

Am besten ist es aber natürlich, von vornherein realistisch zu bleiben. Konsultiere vergleichbare Unternehmen und schätze anhand deines Business Plans die voraussichtlichen Einnahmen ab. Auch können die Betriebsausgaben im Vorfeld oft gut berechnet und abgezogen werden. So musst du am Jahresende nicht unerwartet hohe Nachzahlungen tätigen, die dein Unternehmen zum Schwanken bringen.

Wann ist die Einkommensteuer für Unternehmen fällig?

Zum Glück musst du nicht die gesamte Summe auf einmal zahlen. Die Zahlung erfolgt jeweils in Quartalen, um die Belastung zu reduzieren – also jeweils zum 10. im März, Juni, September und Dezember. Denke daran, immer rechtzeitig zu zahlen! Sonst musst du eine hohe Strafe zahlen, die du hättest vermeiden können.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

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