Zu Beginn deiner neuen Selbstständigkeit solltest du dir zunächst die Frage stellen, in welche Sparte deine neue Tätigkeit fällt. Giltst du als Gewerbetreibender, ist es nötig dein Unternehmen beim Gewerbeamt anzumelden und so einen Gewerbeschein zu erhalten. Per Definition gilt ein Gewerbe als selbstständige Tätigkeit mit einer Gewinnerzielungsabsicht, die dauerhaft ausgeübt werden will. Freiberufler hingegen sind selbstständige Fachkräfte, die kein Gewerbe anzumelden haben und damit von der Gewerbesteuer befreit sind.

Wer gilt als Freiberufler?

Die spezielle Form der Selbstständigkeit hat mittlerweile einen stetigen Zuwachs in Deutschland zu verzeichnen. Über eine Million Bürger sind freiberuflich tätig und werden somit in vielerlei Hinsicht anders eingeordnet als der typische Arbeitnehmer.

Die Unterscheidung wird zunächst vom Finanzamt vorgenommen. Durch eine gute Begründung, warum deine Tätigkeit zu den freien Berufen zu zählen ist, kannst du die Entscheidung beeinflussen, ob du ein Gewerbe anmelden musst oder nicht. In § 1 Abs. 2 S.1 des Partnerschaftsgesellschaftsgesetzes (PartGG) ist eine Definition angeführt. Zusammengefasst setzt die Einordnung zu den Freiberuflern eine besondere berufliche Qualifikation oder schöpferische Begabung voraus. Es fallen beispielsweise folgende Berufe darunter:

  • Heilberufe (Ärzte, Therapeuten, Physiotherapie)
  • Kultur- und Schreibberufe (Autoren, Journalisten, Lektoren)
  • Rechts- und Steuerberufe 
  • Ingenieure, Architekten
  • Künstler 

Das Gesetz wurde bereits 1995 verabschiedet und umfasst daher noch keine Berufe aus dem neueren technischen- beziehungsweise IT-Bereich. In Abgrenzung daran gibt es Berufe ohne bestimmten Befähigungsnachweis. Der Begriff „freies Gewerbe“ findet hier Anwendung.

Wo melde ich meine Tätigkeit als Freiberufler an?

Ein Freiberufler muss seine Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt anmelden. Dieses prüft sorgfältig anhand deiner Angaben die tatsächliche Einordnung deines Berufs. Du erhältst im Anschluss an die erfolgreiche Prüfung deine Steuernummer.

Die Gewerbeanmeldung

Mit Ausnahme der freien Berufe ist für jedes selbstständige Unternehmen, das Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung betreibt, eine gewerbliche Anmeldung nötig. Unter anderem fallen folgende Berufe darunter:

  • Handwerker
  • Makler (für Immobilien und Grundstücke)
  • Spielhallenbetreiber
  • Betreiber von privaten Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
  • Gastronomen 

Nach dem Eingang der benötigten Dokumente bei der zuständigen Behörde wird der Antrag entweder angenommen oder abgelehnt.

Versicherung – Was ist Pflicht und was nicht?

Im Fall einer neuen Selbstständigkeit, ob Gewerbe oder Freiberufler, solltest du dich frühzeitig mit dem Thema Versicherungen auseinandersetzen. Der Gesetzgeber schreibt dir eine obligatorische Krankenversicherung vor. Als Freiberufler hast du jedoch die Wahl zwischen einer freiwilligen gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung.

Eine bestimmte Auswahl an freien Berufen fällt in die sogenannte Künstlersozialkasse. Sie betrifft alle Arten von Schreibberufen und Künstlern und umfasst eine Renten-, Kranken und Pflegeversicherung. Der Staat übernimmt in diesen Fällen die Hälfte der Beiträge und die Freiberufler müssen somit lediglich 50 % selbst finanzieren.

Mit einer Krankenversicherung ist es meist noch nicht getan. Um sich im Alter nicht in die pflegenden Hände der Kinder oder Enkel begeben zu müssen, ist es sinnvoll, sich um eine geeignete Rentenversicherung zu kümmern. Lediglich für Freiberufler, die in einer Standeskammer organisiert sind oder eine besonders schutzbedürftige Tätigkeit ausüben, ist eine Rentenversicherung verpflichtend.

Der Unterschied zum Angestellten bildet im Gewerbe oder im freien Beruf die freiwillige Basis einiger Versicherungen. Das erhöhte Risiko der Selbstständigkeit fordert eine gewisse Sorgfalt bei der Wahl deiner Versicherungen.

Steuern – Wer muss was zahlen?

Das Steuergesetz in Deutschland sorgt bei so manche Bürgern für Verwirrung. Im Fall einer Selbstständigkeit ist es allerdings besonders wichtig zu wissen, welche Abgaben für dich als Unternehmer anfallen.

Steuern im Gewerbe

Die Gewerbesteuer ist ertragsabhängig und wird an die jeweilige Gemeinde des angemeldeten Gewerbes abgeführt. Je nachdem, ob dein Unternehmen in einem Ballungsgebiet oder in einem ländlichen Bereich ansässig ist, fällt die Gewerbesteuer anders aus. Der sogenannte Hebesatz, den die Gemeinden selbst bestimmen, ist in Städten und Ballungszentren höher als in ländlichen Gebieten. Ein Durchschnittswert der Gewerbesteuer liegt etwa bei 15 % des Gewinns.

Die Einkommensteuer betrifft das Einkommen, das dein Gewerbe erzielt hat. Nur wenn dein Einkommen unter 8.600 Euro im Jahr (Grundfreibetrag) liegt, entfällt die Einkommensteuer. Sie berechnet sich aus dem zu versteuernden Einkommen multipliziert mit dem Einkommensteuersatz.

Eine weitere Steuerart ist die Umsatzsteuer. Generell ist jedes Unternehmen in Deutschland umsatzsteuerpflichtig. Lediglich Kleingewerbe sind hiervon ausgenommen.

Steuern als Freiberufler

Freiberufler und Gewerbe unterliegen derselben Steuerpflicht. Der Vorteil in den freien Berufen liegt jedoch in der Ausklammerung der Gewerbesteuer. Du darfst zusätzlich zu deiner Ausübung eines freien Berufs auch Einkünfte aus einem Gewerbe erwirtschaften. Die Tätigkeiten dürfen sich allerdings nicht vermischen, um den Status als Freiberufler nicht zu verlieren.

Auch als Freiberufler auf der sicheren Seite

Vor allem in der spannenden aber auch stressigen Anfangsphase einer Selbstständigkeit solltest du jede Hilfe nehmen, die du für dein Gewerbe bekommen kannst. Das Finanzmanagement Tool von FastBill hilft dir unter anderem dabei, den Überblick über deine Kunden, Rechnungen und Angebote zu behalten. Und dank des DATEV-Exports freut sich auch dein Steuerberater über weniger Arbeit.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

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