Je nach der Art deines Gewerbes vergibst du eventuell einige Aufträge an Künstler und Publizisten. Ist das der Fall, musst du dich verpflichtend selbstständig bei der KSK (Künstlersozialkasse) melden. Die Leistungen, die diese Kasse erbringt, müssen allerdings nicht von den Unternehmen alleine gestemmt werden. Die Last der Finanzierung wird auf die Schultern von Unternehmen, Bund und Leistungsnehmern verteilt. Zu diesen Abgaben sind alle Unternehmen mit Sitz in Deutschland verpflichtet, die regelmäßig Vergütungen an selbstständige Künstler zahlen. Die Höhe der Künstlersozialabgabe wird nach einem jährlich neu bestimmten Prozentsatz ermittelt.

Wer muss die Künstlersozialabgabe eigentlich zahlen?

Im § 24 (1) des KSVG (Künstlersozialversicherungsgesetz) wird aufgelistet, welche Verwerter künstlerischer Tätigkeiten abgabepflichtig sind. Charakteristische Unternehmensgruppen, die regelmäßig Arbeitsleistung von selbstständigen Künstlern beziehen oder Künstler in einem Angestelltenverhältnis beschäftigen, sind:

  • Fort- und Ausbildungseinrichtungen im publizistischen oder künstlerischen Bereich
  • Presse-, Buch- und sonstige Verlage sowie Presseagenturen
  • Fernseh- und Rundfunkgruppen
  • Museen
  • Zirkus- und Varieté-Unternehmen
  • Theater, Orchester.
  • Galerien sowie der Kunsthandel
  • Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für Dritte.

Doch diese Unternehmen sind nicht alleine für die Finanzierung der Leistungen durch die Künstlersozialabgabe verantwortlich.

Die Leistungen für Versicherte finanzieren sich zu 50 % aus Beiträgen der Versicherten, zu 20 % durch Zuschüsse des Bundes und zu 30 % aus der Künstlersozialabgabe der Unternehmen. Für den Eintritt in und die Abdeckung durch die Künstlersozialversicherung ist die Qualität der erbrachten künstlerischen Leistungen jedoch keine Bemessungsgrundlage. Jeder Kunstschaffende und jeder, der publizistische Tätigkeiten ausübt, hat demnach Recht auf den Schutz durch die Künstlersozialversicherung.

Wenn du im Zuge deiner unternehmerischen Tätigkeiten Aufträge an Leistungsempfangsberechtigte der KSK vergibst, bist du nach KSVG dazu verpflichtet, dich eigenständig bei der Künstlersozialversicherung zu melden.

Du wirst dann als sogenannter Verwerter geführt. Die Kasse prüft, in welcher Höhe du Beiträge entrichten musst. Die Pflichtabgabe orientiert sich an einem Prozentsatz, der jährlich angepasst wird.

Die Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe

Die Bemessungsgrundlage für die Künstlersozialabgabe, die du als Unternehmer entrichten musst, ist ein Prozentsatz, der bis zum 30.9. jedes Jahres für das darauffolgende Jahr vom BMAS – dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales – festgesetzt wird.

Errechnet wird dieser Prozentsatz aus allen Entgelten, die du an selbstständige Künstler und Publizisten gezahlt hast. Dazu zählen alle Auslagen sowie Nebenkosten und alle Aufwendungen, die ein Unternehmer tätigt, um publizistische oder künstlerische Arbeit zu nutzen oder zu erhalten.

So erfüllst du die Abgabepflicht

Bist du gemäß KSVG zur Abgabe an die Künstlersozialkasse verpflichtet, musst du anhand der von der Kasse zur Verfügung gestellten Meldebögen einmal jährlich alle Entgelte auflisten, die du an selbstständige Publizisten und Künstler geleistet hast. Nach der Meldung der Entgelte, bis zum 31.03. des Folgejahres, wird dir mitgeteilt, wie hoch die monatlichen Beiträge der Künstlersozialabgabe für das kommende Jahr sein werden.

Diese sind dann als monatliche Vorauszahlung zu leisten. Die Berechnung der Abgabe erfolgt, indem die in der Zeit vom März des laufenden Jahres bis zum Februar des Folgejahres entrichteten Entgelte mit 1/12 der Entgeltsumme des im aktuellen Jahr geltenden Prozentsatzes multipliziert werden. In der Übergangszeit von Januar bis Februar sind die Beiträge so hoch wie im Vorjahr. Ergeben sich nach der maschinellen Abrechnung Überzahlungen oder Fehlbeträge, sind diese auszugleichen.

Kommst du deiner Meldepflicht zur Künstlersozialabgabe nicht rechtzeitig nach, wird dein Unternehmen von der Künstlersozialkasse eingeschätzt und zur Zahlung eines Bußgeldes aufgrund einer Ordnungswidrigkeit verpflichtet.

Wer muss keine Künstlersozialabgabe zahlen?

Keine Künstlersozialabgabe muss geleistet werden, wenn nur gelegentliche Auftragserteilungen stattfinden. Dies ist dann der Fall, wenn die Summe aller Entgelte in einem Jahr den Betrag von 450 € nicht übersteigt.

KSK-pflichtige Leistungen – Das wird durch die sogenannte Künstlerabgabe finanziert

Mit der Künstlersozialabgabe können selbständige Künstler auf den Schutz einer gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zurückgreifen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Künstlersozialkasse die Versicherungspflichtigen lediglich meldet und deren Beiträge an zuständige Träger weiterleitet. Sie meldet die Künstler also bei den Pflege- und Krankenversicherungen. Leistungen müssen die Versicherten also bei den Trägern, meist Ortskrankenkassen, Betriebs-, Innungs- und Ersatzkassen beantragen. Mit einem Finanzmanagement Tool wie FastBill kannst du jederzeit den Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben behalten.

War dieser Artikel hilfreich für dich?

Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

Leave a Reply