Sei es das Bargeld im Geldbeutel oder das Guthaben auf deinem Bankkonto – liquide Mittel sind Bestandteile an Geldmitteln oder Vermögensteilen, die sofort zur Zahlung genutzt oder direkt in Geld umgewandelt werden können. Somit werden sie wortwörtlich verflüssigt – also liquide gemacht. Dein Unternehmen sollte jederzeit über liquide Mittel verfügen, um anfallende Zahlungen zu begleichen. Doch wie hoch sollte diese Summe sein und welche unterschiedlichen Arten gibt es?

Die Ordnungen bei den liquiden Geldmitteln

Die flüssigen Bestandteile deines Vermögens bilden einen Posten im Umlaufvermögen, der sich auf der Aktiva-Seite der Bilanz befindet. Liquide Mittel werden dafür verwendet, durch das sofort verfügbare Geld anfallende Rechnungen zu begleichen – ein Mangel an liquiden Mitteln führt also zur Zahlungsunfähigkeit und im schlimmsten Fall zu einer Insolvenz. Um dies zu verhindern, gibt es unterschiedliche Arten von Geldbeständen:

  • Ordnung: Unmittelbar verfügbares Geld
  • Ordnung: Nicht unmittelbar verfügbar
  • Ordnung: Müssen zuerst verkauft werden 

Die Reihenfolge ist also davon abhängig, wie schnell die jeweiligen Bestände verfügbar sind: Um eine Rechnung schnell begleichen zu können, eignen sich also Geldbestände der ersten Ordnung am besten.

Liquide Mittel erster Ordnung

Sofort verfügbares Geld, wie Bargeld oder das Bankguthaben. Es kann sofort genutzt werden, wobei die Entnahme aus dem Kassenbestand komplizierter zu erfassen ist. Du musst Ein- und Ausgaben unter anderem in einem Kassenbuch vermerken, um jederzeit den aktuellen Stand der Bestände einsehen zu können.

Dein Bankguthaben ist hingegen vor allem dank Online-Banking ein sehr praktisches Zahlungsmittel. Mit Programmen wie FastBill behältst du hierbei jederzeit den vollen Überblick über alle Konten und kannst Geschäftsvorfälle problemlos verwalten.

Liquide Mittel zweiter Ordnung

Hierzu zählen unter anderem Forderungen aus dem Konto Lieferungen und Leistungen. Diese entstehen bei der Veräußerung von Waren und Dienstleistungen, die der Kunde noch nicht bezahlt hat – hast du also ein Produkt verkauft, kannst du damit rechnen, in absehbarer Zukunft ein Entgelt zu erhalten. Da du es aber zu dem Zeitpunkt noch nicht tatsächlich besitzt, ist das Geldmittel nicht direkt verfügbar. Nicht unmittelbar verfügbare liquide Mittel sind außerdem:

  • Schecks
  • Wertpapiere
  • Wechsel 

Beachte zudem die Aufbewahrungspflicht, die bei Dokumenten gilt. So müssen Schecks beispielsweise sechs Jahre aufbewahrt werden, ein Buchungsbeleg sogar zehn Jahre. Alle vollständigen Angaben zu den Aufbewahrungsfristen findest du in § 238 und § 257 HGB, sowie in der Abgabenordnung des Steuerrechts.

Liquide Mittel dritter Ordnung

Vermögenswerte deines Unternehmens lassen sich nur über längere Zeit in Geld umwandeln. Dazu zählen unter anderem Waren sowie Roh- und Betriebsstoffe, aber auch Halb- und Fertigfabrikate. Ein hoher Anteil der möglichen Geldmittel in dieser Kategorie führt mehrere Nachteile mit sich: Du hast zum einen anfallende Kosten für die Lagerung der Produkte, zum anderen kannst du sie aber auch nicht kurzfristig veräußern und im Notfall in Bargeld umwandeln.

Wie hoch sollten meine liquiden Mittel sein?

„So viel wie nötig, so wenig wie möglich“: So lautet die Devise, wenn es um liquide Mittel geht. Du benötigst sie, um laufende Kosten zu decken und Rechnungen zahlen zu können – daher solltest du über einen ausreichend hohen Bestand verfügen. Besonders bei der Gründung deines Unternehmens fallen hohe Kosten an, die du schnellstmöglich begleichen musst. So sicherst du dich gegen Zahlungsunfähigkeit ab und minderst das Risiko einer Insolvenz.

Da liquide Mittel keine Gewinne erzielen, gilt: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“

Ein zu hoher Bestand ist aber auch keine Lösung: Liquide Mittel, die ungenutzt bleiben, bringen kaum Gewinne oder Zinserträge ein. Sie tragen also nicht direkt zum Wachstum deines Unternehmens bei und sollten lieber investiert werden, um Gewinne zu erzielen. Grundsätzlich kommt es jedoch auf die wirtschaftliche Situation sowie dein Unternehmen an, wie hoch du die Bestände halten solltest.

Übersicht über deinen Cashflow

Mit Hilfe der Kapitalflussrechnung kannst du darstellen, welche Herkunft und Verwendung liquide Mittel haben. Sie leitet sich aus dem Jahresüberschuss ab und stellt somit die Entwicklung der Bestände dar. So siehst du, von wo dein Geld kam und für was du es in der jeweiligen Periode verwendet hast.

Dadurch werden die Zahlungsströme transparent, um Informationen über deine Finanzen zu liefern und Veränderungen in der Struktur zu erkennen. Mit dem Tool FastBill kannst du einen Überblick über deine liquiden Geldmittel behalten und dafür sorgen, dass du zu jedem Zeitpunkt zahlungsfähig bist.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

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