Die Mini GmbH, auch als 1-Euro-GmbH oder Unternehmergesellschaft (UG) bezeichnet, ist eine Sonderform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung und hilft kleineren Unternehmen, einen schnelleren Einstieg in die Selbstständigkeit zu finden. Durch das benötigte Mindestkapital von 1 Euro und der Haftungsbeschränkung ist die Mini-GmbH eine sehr beliebte Rechtsform für Existenzgründer.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Mini GmbH ist eine der häufigsten Unternehmensformen in Deutschland und am 1. November 2008 in Kraft getreten. Das angegebene Stammkapital von mindestens 1 Euro hat eher Symbolcharakter und fällt in der Praxis meist höher aus. Beträge von ungefähr 1.000 Euro pro Gesellschafter gelten als Regelfall und sollen die Bonität der UG gewährleisten.

In rechtlicher Hinsicht erfordert die UG eine Satzung, in der alle relevanten Sachverhalte schriftlich festgehalten werden müssen. Nach § 3 GmbH-Gesetz, das auch für deine Mini-Gesellschaft gilt, müssen Angaben zu folgenden Punkten in der Satzung enthalten sein:

  • Name und Sitz des Unternehmens 
  • Namen der Gesellschafter und des Geschäftsführers
  • Exakte Höhe des Stammkapitals
  • Unternehmensgegenstand
  • Einzelnachweise über Stammeinlagen   

Sollten Änderungen der einzelnen Sachverhalte vorgenommen werden, erfordert dies eine notarielle Beglaubigung.

Für wen ist die Mini-GmbH geeignet?

Die Mini-GmbH beziehungsweise Unternehmergesellschaft eignet sich besonders für Existenzgründer, die nur wenig Startkapital zur Verfügung haben. Durch das Mindestkapital von einem Euro wird auch Gründern mit niedrigem Privatvermögen der Einstieg in die Selbstständigkeit ermöglicht. Darüber hinaus eignet sich die UG für Unternehmer, die eine Privathaftung vermeiden möchten. In der Rechtsform der Einzelunternehmen gilt generell eine Haftung mit Privatvermögen.

Das persönliche Haftungsrisiko soll durch die Rechtsform der Mini-GmbH gesenkt werden.

Rechtliche Aspekte einer Unternehmergesellschaft

Die Unternehmergesellschaft (UG) gehört zur Rechtsform der Kapitalgesellschaften. Alle teilhabenden Gesellschafter sind verpflichtet, eigenes Kapital einzubringen. Der Gesellschafter kann jedoch frei über seine Geschäftsanteile verfügen. Bei einer Gefährdung deines Unternehmens durch einen teilhabenden Gesellschafter steht es dir frei, aus der Unternehmergesellschaft auszutreten oder deine Anteile zu verkaufen.

Ein entscheidender rechtlicher Vorteil einer Mini-GmbH ist das verminderte Haftungsrisiko.

Eine UG haftet immer mit dem eigenen Geschäftsvermögen und schützt somit (weitgehend) das Privatvermögen der Teilhaber. Die Haftungsbeschränkung gilt allerdings erst ab dem Zeitpunkt, an dem eine ordnungsgemäße Eintragung ins Handelsregister erfolgt ist. Dieses Verfahren wird bei Unternehmergesellschaften in der Regel beschleunigt durchgeführt.

Eine UG gilt als juristische Person und ist dadurch berechtigt, Geschäfte als Gruppe abzuschließen. Die Gruppe setzt sich in diesem Fall aus Unternehmern zusammen, die sich zusammenschließen, um ein gemeinsames Unternehmen zu führen. Die Gesellschafter können in einer Mini-GmbH als selbstständige Unternehmer oder als kollektive Unternehmergesellschaft agieren.

Vorsicht beim Namenszusatz

Bei Gründung deiner Mini-Gesellschaft musst du beachten, dass der Firmenname mit der Bezeichnung „UG haftungsbeschränkt“ versehen werden muss und das Wort „haftungsbeschränkt“ darf in diesem Fall nicht abgekürzt werden. Die strenge Regelung dient dem Gläubiger- beziehungsweise Publikumsschutz.

Es ist außerdem möglich, eine gemeinnützige UG zu gründen. In diesem Fall ist die Bezeichnung „gUG haftungsbeschränkt“ zu verwenden.

Die Unterschiede zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Eine Mini-GmbH zeichnet sich durch das geringe Startkapital aus, das ein oder mehrere Gründer benötigen. Das grundsätzliche Mindestkapital von 1 Euro ist allerdings rein symbolisch. In der Praxis richtet sich der Betrag vor allem nach dem eigentlichen Kapitalbedarf des Unternehmens und fällt daher meist höher aus.

Bei Gründung einer Mini-GmbH muss das gesamte Startkapital ohne Einbezug diverser Sacheinlagen eingezahlt werden.

Da eine UG mit dem Vorteil des reduzierten Stammkapitals ausgestattet ist, müssen im Ausgleich für die Haftungsbeschränkung gewisse Rücklagen gebildet werden. Laut Gesetzgeber müssen 25 % des Jahresgewinns so lange in die Rücklagen einfließen, bis ein Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Dieser Betrag resultiert aus dem vorgeschriebenen Mindestkapital, das zur Gründung einer GmbH nötig ist. Der Grund für diese gesetzlich geregelte Rücklagenbildung ist die Absicherung möglicher Gläubiger.

Die Rücklagenbildung soll zudem eine Umwandlung in eine normale Gesellschaft mit beschränkter Haftung erleichtern. Hierfür wird keine formelle Umwandlung benötigt, da die Mini-Variante deines Unternehmens der Rechtsform nach schon eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung darstellt.

Sonstige Merkmale (zum Beispiel die Gewerbesteuerpflicht) sind auch der Unternehmergesellschaft zuzuschreiben.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

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