Muster für eine BWA

Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist, einfach gesagt, eine Vermögensentwicklungsübersicht eines Unternehmens. Für ein besseres Verständnis der BWA und um zu zeigen, welche Posten in der Auswertung vorhanden sein müssen, findest du hier alle Informationen zu einer Muster-BWA.

 

Definition – was genau ist eine BWA?

Bevor die BWA anhand eines Musters erläutert wird, klären wir kurz, was genau eine betriebswirtschaftliche Auswertung ist: Die BWA findet vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen Anwendung und bildet deren finanzielle Lage ab. In der Regel bezieht sich die BWA auf die laufenden Daten in der Finanzbuchhaltung. Sie gibt Auskunft über die Kosten- und Erlössituation des Betriebs und vermittelt auf diese Weise einen Überblick über die konkrete Ertragslage aus dem laufenden Geschäftsjahr. Das Hauptaugenmerk der betriebswirtschaftlichen Auswertung liegt auf folgenden Punkten:

 

  • Aufwendungen (Kosten)
  • Erträge (Umsatz)
  • Erlöse (Gewinn) des Unternehmens

Im Gegensatz zur Bilanz bezieht sich die betriebswirtschaftliche Auswertung auf die aktuelle Lage des Unternehmens und stellt keinen zeitverzögerten Bericht der finanziellen Situation dar. Für gewöhnlich wird sie vom Steuerberater oder dem Buchführungsbüro zur Verfügung gestellt. Die BWA hilft dem Unternehmer, Entscheidungen zu treffen, Fremdkapitalgebern dabei, das Unternehmen einzuschätzen und dient der Bank als Basis für eine Kreditentscheidung.

 

Wie ist die BWA aufgebaut? – Ein Muster-Beispiel

Die betriebswirtschaftliche Auswertung wird von dem meisten Buchführungsprogrammen automatisch erstellt. Basis bilden die in der Finanzbuchhaltung erfassten Daten des jeweiligen Zeitraums. Da die BWA am häufigsten in Form einer kurzfristigen Erfolgsrechnung genutzt wird, wird ein BWA-Muster dieser Form im Folgenden genauer erklärt.

 

BWA – die kurzfristige Erfolgsrechnung

In der Regel wird die betriebswirtschaftliche Auswertung in einer Tabelle angelegt. Diese besteht zumeist aus 31-33 Zeilen und etwa 9 Spalten. Neben der Spalte „Bezeichnung der Posten“ sind die folgenden Punkte in der Horizontalen der Muster-BWA unverzichtbar:

 

  • Monatswert des Monats X in Euro €
  • Gesamtleistung in %
  • Gesamtkosten in %
  • Aufschlag
  • kumulierter Wert (Gesamtsumme der Monate des laufenden Jahres) in Euro €
  • Gesamtleistung in %
  • Gesamtkosten in %
  • Aufschlag

In der Vertikalen beginnt die Tabelle mit dem Umsatzerlös des Monats X. Von ihm werden im Folgenden die zu Gruppen zusammengefassten Kosten abgezogen. Die wichtigsten Gruppen in den vertikalen Tabellenspalten des BWA-Musters sind die folgenden:

 

  • Gesamtleistung: Die Gesamtleistung berechnet sich an dieser Stelle aus den Umsatzerlösen des Monats abzüglich der Bestandsveränderungen.
  • Rohertrag: Den Rohertrag erhält man, indem man von den Umsatzerlösen bzw. der Gesamtleistung Material und Warenverbrauch abzieht. Dieser Betrag steht dem Unternehmen schließlich zur Verfügung, um die übrigen betrieblichen Kosten zu decken.
  • Betriebsinterne Kosten: Gemeint sind hiermit beispielsweise die Kosten für Personal, Raum, Werbung, Reisen, Reparaturen, Telefon, Porto, Büro, Beratung sowie betriebliche Steuern und Versicherungsbeiträge. Diese werden zunächst einzeln aufgezählt.
  • Gesamtkosten: Unter dem Punkt „Gesamtkosten“ werden all die eben genannten Kosten zusammengezählt.
  • Betriebsergebnis: Das Betriebsergebnis ergibt sich aus dem betrieblichen Rohertrag abzüglich der Summe der Kosten.
  • Vorläufiges Ergebnis: Das vorläufige Ergebnis erhält man, indem noch etwaige Zinsaufwände und Zinserträge mit dem Betriebsergebnis verrechnet werden.

Eine BWA erstellen?

Gegen Ende der 60er führt die DATEV die erste BWA in Deutschland ein. Kleinen und mittelständischen Unternehmen dient diese fortan als Entscheidungshilfe: Gesetzlich verpflichtend ist die Erstellung einer solchen Auswertung allerdings nicht. Allerdings ist die ordentliche Buchführung des Unternehmens Voraussetzung, da die Daten, auf die sich die BWA bezieht, aus der Finanzbuchhaltung stammen.

 

Um mögliche finanzielle Chancen aber auch Probleme rechtzeitig zu erkennen und dementsprechend handeln zu können, empfiehlt sich die Erstellung einer betriebswirtschaftlichen Auswertung in Form der kurzfristigen Erfolgsrechnung. Auf diese Weise kann der Erfolg eines Unternehmens monatlich betrachtet werden.

 

In der Regel wird die betriebswirtschaftliche Auswertung von einem Buchungsprogramm bei einem Steuerberater oder in einem Buchführungsbüro durchgeführt.

 

Aufgepasst! Das muss beachtet werden

Eine Muster-BWA sollte hauptsächlich der Orientierung dienen. Sie ist allerdings nur in sehr wenigen und einfachen Fällen als wirkliche Vorlage geeignet.

 

Allerdings sollte eine solche Muster BWA bei jeder individuell erstellten BWA immer zum Abgleich hinzugezogen werden.

 

Das hilft insofern, dass auf diese Weise mögliche Fehlerquellen, wie beispielsweise eine falsche oder fehlerhafte Kontenzuordnung, vermieden werden. Um den Erfolg deines Unternehmens zuverlässig abschätzen zu können, solltest du ein modernes Buchführungsprogramm verwenden, das auf deine Bedürfnisse angepasst ist. Auf diese Weise hast du dein Unternehmen und alle finanziellen Abläufe stets im Blick. Mit Hilfe von FastBill kannst du deine Finanzen einfach und bequem online verwalten.

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Hendrik Kehres

Hendrik ist ein wahrer Experte im Bereich Online Marketing & SEO. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige und all die, die noch in der Planungsphase stecken.

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