Unterstützung bei betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten, Buchführung und Bilanzierung – dies stellt nur drei von zahlreichen Aufgabenfeldern dar, für die der Steuerberater zuständig ist. Nach Abschluss der Steuerberaterprüfung kann er Unternehmen und privaten Personen in Steuersachen helfen. Doch was genau umfasst die Beratung?

Aufgaben und Verantwortung

Die genauen Tätigkeiten des Beraters sind im Steuerberatungsgesetz geregelt. Dabei gibt es für Steuerberater die Möglichkeit, entweder freiberuflich zu arbeiten, oder bei einer Gesellschaft angestellt zu sein. In beiden Fällen darf die Tätigkeit nur ausgeübt werden, wenn eine offizielle Zulassung erfolgt ist.

Aufgabenbereiche

Allgemein gesagt handelt es sich um steuerliche Tätigkeiten und Beratung. Zu den Verpflichtungen eines Steuerberaters zählen unter anderem:

  • Deklarationsberatung: Steuerklärungen erstellen, Steuerbescheide überprüfen
  • Gestaltungsberatung: Vorausschauende Beratung, um die Steuergestaltung zu verbessern
  • Durchsetzungsberatung: Vertreten vor Gericht und Finanzamt 

Dazu gehören auch Aufgaben im Bereich der Buchführung, Bilanzierung und Lohn/-Gehaltsabrechnung. Bei Existenzgründungen und Vermögensplanungen kann er beraten und auch bei der Arbeit mit Buchhaltungsprogrammen unterstützen.

Wichtig: Zu manchen Tätigkeiten ist er nicht befugt: So darf ein Steuerberater beispielsweise keine Jahresabschlüsse prüfen.

Haftung

Da der Beruf eine große Verantwortung mit sich bringt und finanzielle Bedeutung für das Unternehmen hat, ist der Steuerberater für seine Handlungen in höchstem Maße verantwortlich. Aufgrund der ständigen Änderungen im Gesetz und neuen Vorgaben ist es schwierig, den Überblick zu behalten – dennoch ist der Berater für seine Arbeit in vollem Umfang verantwortlich.

Bei seiner Beratung ist der Steuerberater stets dazu verpflichtet, alle Angaben richtig und nach bestem Gewissen zu machen. Auch wenn er Aufgabenbereiche an einen Angestellten überträgt, muss er das Ergebnis immer überprüfen und für die Richtigkeit haften.

Zusätzlich ist er dazu verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, um gegebenenfalls abgesichert zu sein. So ist der Steuerberater vor existenzbedrohenden Zwischenfällen geschützt, sowohl bei Sach- als auch Personenschäden.

Internationale Beratung

Für einen gewissen Zeitraum ist es erlaubt, in Deutschland als ausländischer Steuerberater tätig zu sein. Dabei darf das Unternehmen aber keinen festen Sitz im Inland haben, es ist also nur vorübergehend möglich.

Doch eine Qualifikation ist nicht so schwer: Wer in der EU bereits eine Zulassung hat, muss lediglich eine vereinfachte Prüfung ablegen, um längerfristig in Deutschland als Steuerberater zu arbeiten.

Wie werde ich Steuerberater?

Grundsätzlich erfordert der Beruf ein abgeschlossenes Studium im Bereich der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften, das drei oder vier Jahre andauert. Dies kann aber auch durch eine kaufmännische Ausbildung ersetzt werden, die durch zehn Jahre Berufserfahrung im steuerrelevanten Bereich vertieft wird.

Praktische Erfahrung zur Vorbereitung ist in jedem Fall eine wichtige Voraussetzung – mindestens zwei Jahre solltest du auf dem Gebiet gearbeitet haben, bevor du zur Prüfung zugelassen wirst und zum Steuerberater ernannt werden kannst.

Benötige ich unbedingt einen Berater?

Im Allgemeinen gibt es keine Pflicht, einen Steuerberater für finanzielle Aufgaben zu konsultieren oder ihn zu beauftragen. Ob als Privatperson oder Unternehmer: Dir steht es vollkommen frei, deine Buchhaltung selbst zu machen.

Da dies jedoch mit hohem organisatorischen und zeitlichen Aufwand verbunden ist, entscheiden sich viele dagegen. Auch benötigt man dafür Fachwissen – beispielsweise im Steuerrecht – und muss präzise alle Vorgänge aufzeichnen. Somit haben viele Unternehmen zwar einen internen Mitarbeiter für die Buchhaltung, lassen sich die Bilanzen aber jährlich vom Steuerberater erstellen.

Steuerberatergebührenverordnung – Langes Wort, große Bedeutung

Für welche Leistungen fallen welche Gebühren an? Diese Frage lässt sich mit der Steuerberatergebührenverordnung beantworten: Sie vereinheitlicht die Bestimmung der Gebühren, sodass sich Kunden daran orientieren können und auch konkurrierende Kanzleien einen Richtwert haben. In acht Abschnitten geregelt, werden unterschiedliche Verordnungen geklärt und Pflichten festgelegt:

Welche Gebühren gibt es? Wie wird die Umsatzsteuer geregelt und welche Buchführungspflichten gibt es? Im Mittelpunkt steht dabei eine Übersicht der Gebühren, die nach Dienstleistungen geordnet ist.

Da Steuerberater rechtlich gegenüber ihren Mandanten gebunden sind und sie vertreten, ist eine solche Verordnung sinnvoll. Sie dient als Absicherung und liefert wichtige Hinweise, die die Zusammenarbeit erleichtern.

Tipp: Kosten, die im Rahmen der steuerlichen Beratung entstanden sind, können in der Steuererklärung geltend gemacht werden – so musst du weniger Steuern zahlen. Wenn sie aus beruflichen Gründen veranlasst wurden, lassen sie sich im Bereich der Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen. Sind die Kosten jedoch privat entstanden, so lassen sie sich nicht von der Steuer absetzen – wobei das Finanzamt diese bis zu einer Höhe von 100 Euro als Mischkosten akzeptiert.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

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