Die Steuer: Beim Zahler meist unbeliebt, für den Staat und ein geregeltes Zusammenleben jedoch eine Notwendigkeit. Wer arbeitet, muss auch Steuern zahlen. Ganz so leicht lässt sich die Aussage jedoch nicht pauschalisieren, da die Steuerpflicht erst ab einer bestimmten Grenze gilt. Wie hoch ist der Grundfreibetrag und welche Bedeutung hat diese steuerfreie Grenze? Das erfährst du im FastBill Lexikon.

Was ist der Grundfreibetrag?

„Der Staat raubt den Menschen ihr Geld“ – sehr häufig kritisiert die Bevölkerung das Steuerwesen und betrachtet es nur aus einer Sicht. Doch eigentlich steckt ein ausgeklügeltes Prinzip mit vielen Vorteilen dahinter. Mit Hilfe der steuerlichen Einnahmen kann der Staat Schulen und Krankenhäuser errichten, die Infrastruktur ausbauen und für innere Sicherheit sorgen. Insgesamt also notwendige Ausgaben, die nur dank der Steuerzahler ermöglicht wird – die letzten Endes selbst von diesen Maßnahmen und Ausgaben profitieren.

Um die Steuerlast zu beschränken, wurde der Grundfreibetrag eingeführt. Gewisse Dinge benötigt nämlich jeder Mensch, um ein gutes Leben führen zu können. Kleidung, Ernährung, medizinische Versorgung und eine Wohnung muss sich jeder leisten können. Um dieses Existenzminimum zu ermöglichen, hat der Staat einen Grundfreibetrag eingeführt.

Im Jahre 2018 beläuft sich der Grundfreibetrag für Ledige auf genau 9.000,00 €. Bei verheirateten Paaren mit gemeinsamer Veranlagung auf 18.000,00 €.

Auswirkungen des Freibetrags auf deine Steuern

Grundsätzlich bist du dazu verpflichtet, dein Einkommen zu versteuern. Liegen deine Einnahmen in einem Jahr unter dem Grundfreibetrag von 9.000,00 €, musst du keine Abgaben zahlen – sie sind steuerfrei. Auf das Jahr verteilt ergibt das jeweils einen monatlichen Betrag von 750 € brutto. Der Grundfreibetrag gilt dabei für alle steuerpflichtigen Personen:

  • Arbeitnehmer
  • Selbständige
  • Studenten und Auszubildende
  • Rentner 

Doch was passiert, wenn man über den Grundfreibetrag kommt? Jeder Euro, der die Grenze übersteigt, muss versteuert werden. Dieses bezeichnet man als das zu versteuernde Einkommen. Die 9.000,00 Euro bleiben trotzdem weiterhin steuerfrei und werden nicht miteinberechnet – sie stehen dir automatisch zu und müssen nicht beantragt werden.

Kinderfreibetrag

Neben dem herkömmlichen Kindergeld haben Eltern auch Anspruch auf einen Kinderfreibetrag. Im Laufe des Jahres erhalten Eltern monatlich Kindergeld, sofern es für die Kinder beantragt wurde. Gibt man am Jahresende die Steuererklärung ab, überprüft das Finanzamt, welche Zahlung sich steuerlich mehr rentiert – je nachdem erhältst du dann einen entsprechenden Zuschuss.

Wie du dein Einkommen um abzugsfähige Kosten bereinigen kannst

Neben der steuerfreien Grenze gibt es jedoch weitere Faktoren, die du beachten musst. Denn auch Werbungskosten kannst du dazu nutzen, um dein zu versteuerndes Einkommen zu senken und womöglich sogar wieder unter den Grundfreibetrag zu kommen. Wir verdeutlichen es dir hier an einem Beispiel:

Verdienst du monatlich 800 € im Rahmen einer Ausbildung, ergibt das aufs Jahr gerechnet eine Summe von 9.600,00 € im Jahr – also über der steuerfreien Grenze. Dabei sollte man jedoch auch an Werbungskosten denken: Summiert man die Kosten für Fachliteratur, Arbeitsmittel wie PC und Fahrtkosten, können durchaus 1.000,00 € zusammenkommen. Ziehst du diese Summe ab, erhältst du ein Ergebnis von 8.600,00 € und musst nichts versteuern.

Neben Werbungskosten zählen zu abzugsfähigen Ausgaben auch:

  • Sonderausgaben (z.B. Kirchensteuer)
  • Außergewöhnliche Belastungen (z.B. Ausgaben für Arzneien)
  • Freibeträge (z.B. für Beschäftige in einem Ehrenamt)
  • Entlastungsbetrag (Erleichterung für Alleinerziehende)
  • Verluste 

Informiere dich also genau, welche Ausgaben du abziehen darfst – und verringere so den Betrag, der steuerlich abgesetzt werden muss. Mit etwas Glück fällst du in den Grundfreibetrag und darfst all deine Einnahmen behalten, ohne die Einkommensteuer zu zahlen.

Steuererklärung abgeben lohnt sich

Der Grundfreibetrag bedeutet aber nicht automatisch, dass du keine Steuererklärung abgeben musst. Selbständige und Gewerbetreibende sind durch das Gesetz grundsätzlich dazu verpflichtet, doch auch als gewöhnlicher Arbeitnehmer lohnt sich der Aufwand in der Regel. Außerdem wird der Freibetrag regelmäßig angepasst, da sich die Lebenshaltungskosten jährlich ändern.

Mit Hilfe des nützlichen FastBill Finanzmanagement-Tools wird es dir besonders leichtfallen, deine nächste Steuererklärung zu erstellen. Dort kannst du alle wichtigen Dokumente verwalten, an deinen Steuerberater weiterleiten und hast jederzeit den vollen Überblick. Wenn du noch keinen Steuerberater hast, kannst du hier einen finden. Ab jetzt mit dem praktischen Automatisierungs-Bundle sogar noch einfacher.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

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