Die Umatzsteuer-Identifikationsnummer, auch als Umsatzsteuer-ID oder USt-ID bezeichnet, dient der eindeutigen steuerlichen Kennzeichnung eines Unternehmens innerhalb der EU. Sollte ein Unternehmen Geschäfte im EU-Ausland tätigen, benötigt es die USt-ID des Geschäftspartners. Der Rechnungssteller ist sogar verpflichtet, diese auf Korrektheit zu prüfen. Hier erfährst du, wie man eine USt-Identifkationsnummer prüfen kann.

Wozu braucht man eine USt-Identifikationsnummer?

Generell wird in Deutschland eine Unterscheidung zwischen drei Arten von Steuernummer vorgenommen. Die persönliche Steuer-ID wird jedem Staatsbürger nach der Geburt zugewiesen und bleibt lebenslang bestehen. Die 13-stellige Steuernummer erhält ein Steuerpflichtiger durch Zuweisung des lokalen Finanzamts und ändert sich erst nach dem Umzug des Steuerzahlers. Die Umsatzsteuer-ID wird nur auf Antrag an Unternehmen vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben und ist innerhalb der EU gültig.

Sie dient der Kennzeichnung eines Unternehmens innerhalb der Europäischen Union (EU).

Innerhalb der EU hat jeder Staat seine eigene Umsatzsteuer. Die USt-ID hilft, die unübersichtliche Umsatzbesteuerung der jeweiligen EU-Staaten zu vereinfachen und dient der korrekten Durchführung des Handels im innereuropäischen Raum.

Wer ist antragsberechtigt ?

Grundsätzlich sind alle Unternehmerinnen und Unternehmer im Sinne des § 2 UStG berechtigt, einen Antrag auf Zuweisung einer USt-Identifikationsnummer zu stellen. Darüber hinaus sind auch juristische Personen berechtigt, wenn sie Gegenstände nicht für ihr Unternehmen erwerben und die Identifiaktionsnummer für innergemeinschaftliche Anschaffungen benötigt wird.

Wo kannst du eine USt-Id beantragen ?

Es stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung, wenn du eine Umsatzsteuer-Identifaktionsnummer beantragen willst:

  • Firmenneugründung (kann direkt beim zuständigen Finanzamt beantragt werden)
  • Antragtellung über das Internet (Antragsformular auf der Homepage des Bundeszentralamt für Steuern)
  • Schriftlicher Antrag (an das Bundeszentralamt für Steuern richten) 

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Vergabe ist der Nachweis deiner Unternehmensesigenschaft zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Das Reverse-Charge-Verfahren

Mögliche Lieferungen des leistenden Unternehmens an den Geschäftspartner sind von der Umsatzsteuer befreit, wenn dieser über eine USt-Identifikationsnummer verfügt. In der Rechnung wird somit keine Umsatzsteuer ausgewiesen und die Steuerschuld liegt nun beim Leistungsempfänger im EU-Ausland. Dieser muss die anfallende Besteuerung an sein lokales Finanzamt abführen. Für diesen Vorgang wird die Umsatzsteuer-ID des Kunden benötigt und der Leistungserbringer ist sogar verpflichtet, die Nummer zu prüfen. 

Sollten die Daten des Geschäftspartners nicht korrekt sein, könnte es sein, dass du als Rechnungssteller zur Erbringung der Umsatzsteuer verpflichtet wirst.

Das Prinzip des Reverse-Charge-Verfahrens dient der Vereinfachung des komplizierten Umsatzsteuerverfahrens in der EU. Der Kunde im EU-Ausland zahlt die Umsatzsteuer, die durch die Rechnung des Leistungserbringers anfallen würde, einfach beim Finanzamt seines Heimatlandes. Sie muss somit nicht durch ein aufwändiges Verfahren von einer deutschen Finanzbehörde zurückerstattet werden.

Das einfache und qualifizierte Bestätigungsverfahren

Lässt man die Nummer des ausländischen Unternehmens prüfen, erhält man Auskunft über die Gültigkeit einer ausländischen USt-ID in dem Mitgliedstaat, der die Anfrage erteilt. Solltest du in Betracht ziehen, die qualifizierte Prüfung abzufragen, muss die einfache Prüfung im Voraus erfolgen. Mit der qualifizierten Bestätigung kannst du die gemachten Angaben wie Firmenname, Firmenort, Postleitzahl und Rechtsform deines Geschäftspartners eines anderes Mitgliedstaates, zusätzlich prüfen lassen. Anfrageberechtigt sind alle Unternehmen, die eine Umsatzsteuer-ID besitzen. Wenn du die Identifikationsnummer des Kunden prüfen willst, muss deine Anfrage auch immer die Angabe der eigenen USt-Nr. beinhalten. Du kannst diese beim Bundeszentralamt für Steuern prüfen lassen.

Die Gültigkeit der Identifikationsnummer inländischer Unternehmer können nur Lagerhalter im Sinne des § 4 Nr. 4a UStG prüfen lassen.

Es muss allerdings beachtet werden, dass das Bestätigungsverfahren nicht der Auskunft über ausländische Firmendaten dient. Du kannst mit einer Anfrage lediglich die Gültigkeit der angegebenen Daten prüfen lassen.

Möglichkeiten, die Unternehmereigenschaft des Geschäftspartners zu prüfen

Es stehen dir als Unternehmer mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die einfache oder qualifizierte Bestätigung zu erhalten:

  • Online-Bestätigungsanfrage
  • Postalisch
  • Telefonisch
  • Telefax oder E-Mail 

Für alle Varianten ist das entsprechende Kontaktformular zu nutzen. Die Antwort des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt) erfolgt prinzipiell schriftlich.

MwSt-Informationsaustauschsystem (MIAS) der EU-Kommission

Eine andere Möglichkeit, die Gültigkeit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eines ausländischen Unternehmens zu prüfen, ist die direkte Abfrage bei der Europäischen Kommission. Du gibst im „MIAS“ einfach die Umsatzsteuer-ID mit Länderkürzel deines Unternehmens und deines Geschäftspartners ein und im Anschluss wird die USt-Nr. deines Kunden auf ihre Validität geprüft.

Die geprüfte Identifikationsnummer ist ungültig – Was tun?

Tritt ein solcher Fall ein, solltest du als erstes den Kontakt mit deinem Kunden suchen und dich vergewissern, ob seine Angabe (Zeichenanzahl, Länge, Länderkürzel) korrekt war. Bestätigt der Geschäftspartner seine Angabe und die Prüfung ist dennoch ungültig, solltest du deinen Kunden auffordern, die Daten im MIAS zu aktualisieren. Dies erfordert eine Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Steuerverwaltung des Staates, welches veraltete oder ungültige Angaben korrigieren kann.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

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