Freie Zeiteinteilung, individuelle Ideen und Selbstbestimmung: Die Selbstständigkeit bringt eine Vielzahl verlockender Vorteile mit sich. Doch hängt sie auch mit einer Reihe von Pflichten zusammen – so bist du beispielsweise unter gewissen Voraussetzungen verpflichtet, eine Umsatzsteuervoranmeldung vorzunehmen und regelmäßig beim Finanzamt einzureichen. Doch was bedeutet das und was ist dabei zu beachten?

Was genau ist das überhaupt?

Bei einer Umsatzsteuervoranmeldung handelt es sich um eine Meldung an das Finanzamt, in der du deine steuerlichen Einnahmen darlegst – also auch deine Umsatzsteuer und Vorsteuer. Die Voranmeldung bringt dabei sowohl für den Staat Vorteile, als auch für dein Unternehmen:

Durch die unterjährige Verteilung der Steuerlast wirst du finanziell entlastet und kannst jeweils geringere Beträge über das Jahr verteilt zahlen.

Dadurch wird vermieden, dass du am Jahresende eine hohe Summe auf einen Schlag überweisen musst und ggf. in Geldnot gerätst. Solltest du selbst Vorsteuer zahlen, wird sie dir im Gegenzug innerhalb kurzer Zeit vom Finanzamt überwiesen.

Für den Staat lohnt sich die Verteilung, da er nicht ein ganzes Jahr auf die Steuereinnahmen warten muss, sondern regelmäßige Zahlungen erhält. Dies hat auch einen Zinsvorteil zur Folge und verringert die Gefahr eines kompletten Zahlungsausfalls der Umsatzsteuerpflichtigen.

Wer muss eine Umsatzsteuervoranmeldung vornehmen?

Als Freiberufler oder Gewerbetreibender bist du verpflichtet, eine Umsatzsteuervoranmeldung vorzunehmen, sofern du umsatzsteuerpflichtige Leistungen anbietest. Die Zahllast stellt sich aus der gesamten eingenommenen Umsatzsteuer zusammen, wobei die bereits geleistete Vorsteuer vom Betrag abgezogen wird.

Unter gewissen Voraussetzungen bist du jedoch von der Umsatzsteuervoranmeldung befreit:

  • Kleinunternehmer, die im Vorjahr einen Umsatz von weniger als 17.500 Euro hatten und im jetzigen Jahr 50.000 Euro nicht überschreiten
  • Berufsgruppen wie Ärzte, Physiotherapeuten oder Versicherungsmakler (§ 4 UStG) 

Bei einer Umsatzsteuerlast von unter 1.000 Euro hast du die Möglichkeit, dich im folgenden Jahr von der Umsatzsteuervoranmeldung befreien zu lassen. Als Folge musst du nur einmal im Jahr die Umsatzsteuererklärung abgeben und sparst dir somit den unterjährigen Aufwand.

Wie oft muss ich die Daten übermitteln?

In welchen Abständen du eine Umsatzsteuervoranmeldung durchführen musst, hängt von deine Steuerschuld des Vorjahres ab:

  • Über 7.500 Euro: jeden Monat
  • Unter 7.500 Euro: jedes Quartal
  • Unter 1.000 Euro: Befreiung möglich, sodass nur einmal im Jahr gezahlt werden muss 

Dabei muss die Umsatzsteuervoranmeldung immer bis zum 10. des Folgemonats abgegeben werden – bei einem monatlichen Zyklus muss also die Voranmeldung für den Monat Januar bis zum 10. Februar übermittelt werden. Erteilst du deinem Finanzamt eine Einzugsermächtigung, sparst du dir die Zeit für die Überweisung und gehst auf Nummer sicher, den Termin nicht zu verpassen.

Vorsicht, Existenzgründer! Hast du gerade dein Unternehmen neu gegründet? Dann bist du in den ersten beiden Jahren dazu verpflichtet, eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben.

Wenn du nach Ablauf der zwei Jahre immer noch unter den 7.500 Euro liegst und den Rhythmus der Abgabe ändern möchtest, musst du dies jedoch extra beantragen. Natürlich trifft diese Regel nicht auf Kleinunternehmer zu, die keine Umsatzsteuer zahlen müssen.

Dauerfristverlängerung

Sollten dir zehn Tage für deine Buchführung nicht ausreichen, darfst du eine Dauerfristverlängerung beantragen. Hier verschiebt sich das Abgabedatum der Umsatzsteuervoranmeldung um einen Monat – dafür musst du aber eine Jahresvorauszahlung leisten.

Dabei wird 1/11 der Vorjahressumme im Voraus überwiesen, wobei der Betrag mit der Voranmeldung des Dezembers verrechnet wird. So bekommst du mehr Zeit für deine Finanzbuchführung und das Finanzamt hat zudem eine finanzielle Absicherung durch die Sondervorauszahlung.

Übermittlung durch Elster

Grundsätzlich darf die Umsatzsteuervoranmeldung nur online abgegeben werden, was für dich allerdings große Vorteile mit sich bringt. Das Formular ist lediglich zwei Seiten lang und ganz einfach auszufüllen. Für die Übermittlung der Daten benötigst du die Steuererklärungssoftware ELSTER, die kostenlos verfügbar ist und mit der du deine Umsatzsteuervoranmeldung innerhalb weniger Minuten übermitteln kannst.

Vergiss aber auf keinen Fall, die UStVA-Formulare einzureichen – denn wenn du es zu spät erledigst oder die Zahlungsfrist verpasst, können zusätzliche Säumniszuschläge anfallen. Auch kann eine Steuerprüfung verordnet werden, wenn Unstimmigkeiten der Angaben aufkommen. Mit dem FastBill Tool ist das aber alles kein Problem: Denn hier hast du den kompletten Überblick über deine Finanzen und wirst sicher keine Frist verpassen. Und in Zukunft kannst du damit auch deine Umsatzsteuervoranmeldung direkt an das Finanzamt übermitteln.

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Christian

Christian ist Mitgründer und Marketing Experte bei FastBill. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung, Gründung und Unternehmenswachstum für Selbständige.

5 Responses to “Umsatzsteuervoranmeldung – So funktioniert es”

  1. Christian Stegmann

    Hallo,

    „…Und in Zukunft kannst du damit auch deine Umsatzsteuervoranmeldung direkt an das Finanzamt übermitteln….“

    Ab wann wird dieses Feature verfügbar sein?

    Viele Grüße
    Christian Stegmann

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    • Christian

      Wird definitiv 2018 kommen, vermutlich in Q1.

      Antworten
      • Sebastian Zimmer

        Cool, ich warte auch auf das Feature. Benutzte momentan noch Debitoor, aber wenn das Feature kommt, werde ich evtl. wechseln.

        Antworten
      • Patrick Lisser

        „Wird definitiv 2018 kommen, vermutlich in Q1.“

        Bleibt es dabei? Da ich ab jetzt auch meine Umsatzsteuervoranmeldung machen muss! Wäre sehr davon angetan wenn dieses Future kurzfristig kommt, da ich sonst zu sevDesk wechseln würde.

        Mit freundlich Grüßen
        Patrick Lisser

        Antworten

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